Gesundheit

Ich machs mit dem Richtigen – Kondom ist Muss!

Ich machs mit dem Richtigen – Kondom ist Muss!

HIV und Geschlechtskrankheiten – unterschätzt wie lange nicht

Seit etlichen Jahren beobachten Ärzte und Wissenschaftler einen beunruhigenden Trend. Geschlechtskrankheiten, die als so gut wie überwunden galten, aber auch HIV und andere Krankheiten wie HPV sind wieder auf dem Vormarsch. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Unter anderem steht HIV heute längst nicht mehr im gesellschaftlichen Fokus. Sehr wohl aber die Stigmatisierung von an HIV erkrankten Menschen. Dabei versuchen verschiedene Institutionen durchaus, HIV wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Ebenso gibt es etliche Projekte, die Erkrankten helfen sollen, aber kaum den Mainstream erreichen.

Verschiedene Geschlechtskrankheiten auf dem Vormarsch

Schon seit mehreren Jahren warnen Ärzte und Krankenhäuser vor einem Anstieg verschiedener Geschlechtskrankheiten, die über viele Jahre kaum noch zu finden waren. Dieser Anstieg lässt sich zum Teil auch durch die Verbreitung der Datingapp-Trends erklären. Daneben ist aber auch die Verbreitung von HIV und anderen Krankheiten viel zu hoch. Dazu zählen insbesondere die nachfolgenden Erkrankungen:

  • Gonorrhoe (Tripper)
  • Syphilis (Franzosenkrankheit)
  • Hepatitis
  • Herpes
  • HIV
  • HPV (keine typische Geschlechtskrankheit, aber dadurch befördert)

 

Das Internet trägt seinen Teil der Verantwortung an diesen Entwicklungen

Die sozialgesellschaftlichen Veränderungen, die das Internet und konkret mobile Endgeräte wie Smartphones in Bezug auf eine erhöhte Verbreitung mit sich brachten, sind erheblich. Die „Share-Community“, also alles zu teilen, wirkt sich auch auf die ausgelebte Sexualität aus. Regelmäßig wechselnde Sexualpartner sind explizit in der jungen Internetgeneration eine Selbstverständlichkeit. Begünstigt wird das weiter durch entsprechende Dating-Apps wie Grindr, Lovoo oder Tinder verstärken diesen Effekt zusätzlich, da mit einem Wisch zahlreiche potenzielle Partner für einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zur Verfügung stehen. Niemand muss mehr wie früher bestimmte Etablissements aufsuchen.

Selbst provokante Aktionen schaffen es kaum in die Mainstream-Medien

machsmit-Plakat-Richtigen_A2-hochAnhand der mangelnden Kampagnen alleine für HIV wird klar, dass auch die Gesellschaft ein Teil der Schuld trifft. Aktionen wie „Gib AIDS keine Chance“ usw. werden nur noch am Rande wahrgenommen. Neue, aufrüttelnde Kampagnen fehlen. Das hat sich eben durch eine spektakuläre Aktion des Magazins Vangardist gezeigt. Der Tinte für die Printausgabe des Magazins wurde etwas Blut von an HIV erkrankten Menschen beigemengt. Nicht nur symbolisch kommt nun jeder, der das Magazin in die Hände nimmt, mit HIV in Kontakt. Auffällig an dieser Aktion ist vor allem, dass sie trotz der provokanten Weise nur „als Randerscheinung“ der Gesellschaft wahrgenommen wurde.

So wenig, wie auch vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten gewarnt wird und damit ein fatales und falsches Gefühl der Sicherheit geschaffen wird: gerade die Vangardist-Aktion belegt eindeutig, wer erst an HIV erkrankt ist, wird von der Gesellschaft regelrecht ausgestoßen. Darüber sollte sich jeder Mensch ernsthaft Gedanken machen. Das heißt nicht, dass auf den intimen Spaß zu verzichten ist. Aber ein passendes Kondom ist oberste Pflicht. Dabei ist es aber ebenso wichtig, wirklich passende Kondome zu verwenden.

Hier kannst Du das Kondometer downloaden. 
Einfach ausdrucken oder ein flexibles Maßband zur Hand nehmen.

Der Schutz mittels passender Kondomen sollte eine Selbstverständlichkeit sein

Diese werden heute in den Größen S, M, L und XL angeboten, wobei zumeist nur XL-Kondome entsprechend markiert sind. Die richtige Größe definiert sich jedoch nicht, wie oft fälschlich angenommen, durch die Länge, sondern vielmehr die Breite bzw. der Umfang des erregten Penisschafts. Mit einer Breite von bis 4,9 cm kommen kleine, bis 5,2 cm herkömmliche und ab 5,5 cm große Kondome zum Einsatz. Auf jeden Fall ist es ratsam, die Kondome schon vor dem ersten Geschlechtsverkehr überzustülpen. Nur ein wirklich optimal sitzendes Kondom wird kaum wahrgenommen, kann auch nicht versehentlich reißen oder abgestreift werden.

Zu wenig Projekte für Betroffene

Doch wie eingangs erwähnt, wird auch zu wenig für an HIV erkrankte Menschen getan. Viele leben in der absoluten Anonymität und können ihre Sorgen und Belange nicht mit anderen Menschen teilen – einzig aus der berechtigten Angst heraus, dann gesellschaftlich völlig isoliert zu werden. Die SMART Therapiebegleitung der Europa Apotheek ist zumindest ein Projekt, welches in die richtige Richtung zielt. Durch die Teilnahme an ausführlichen Befragungen erwirbt sich jeder Teilnehmer die Möglichkeit, die benötigten Medikamente bis zu 50 Prozent preiswerter zu erhalten. Außerdem wird ein Check bezüglich der Wechselwirkung mit anderen Medikamenten angeboten.

Auch wenn kaum darüber gesprochen wird – die Risiken sind hoch wie selten zuvor!

Die gesammelten Daten aus den Befragungen werden dann anonymisiert, den Betroffenen, aber auch Ärzten, Apotheken und Wissenschaftlern bereitgestellt, sodass jeder maximal von diesen Datenmengen profitieren kann. Dennoch ist auch dieses Projekt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Schutz mit Kondomen ist der wirkungsvollste Schutz und sollte nie vernachlässigt werden. Selbst, wenn im breiten Mainstream keine Diskussion über Geschlechtskrankheiten oder HIV stattfindet. Die Risiken bestehen – und sie sind größer als noch vor wenigen Jahren.

Ich machs mit dem Richtigen – Kondom ist Muss!
   
To Top