Berlin – Der Sender Timm TV hat akute Finanzprobleme. Die Betreiberfirma Deutsche Fernsehwerke GmbH musste vergangenen Donnerstag Insolvenz anmelden.
Der Berliner Schwulen-Sender Timm ist pleite. Die DFW Deutsche Fernsehwerke GmbH hat nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Donnerstag beim Amtsgericht Charlottenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Jürgen Wallner bestellt.
Als Grund für die Insolvenz gab das Unternehmen einen “Nachfinanzierungsbedarf beim weiteren Ausbau des Fernsehsenders” an. Ob dem Sender durch das Insolvenzverfahren eine Sanierung gelingt, ist noch unklar.
Der Sender teilte über seiner Internetseite mit: “Das Unternehmen beabsichtigt eine Sanierung des Unternehmens, ggf. im Wege des Insolvenzplanes. Hierzu hat der vorläufige Insolvenzverwalter mit den wesentlichen Verfahrensbeteiligten Kontakt aufgenommen, um die weitere Verfahrensstrategie abzustimmen.”
Der Insolvenzantrag kam für viele Mitarbeiter überraschend: Im September verkündete die DFW Deutsche Fernsehwerke GmbH, dass neue Investoren gefunden wurden, darunter das Land Nordrhein-Westfalen. Noch im November sagte Geschäftsführer Frank Lukas Horsthemke in einem DWDL.de-Interview, die Vermarktung des Senders liege “im Plan”.
Doch schon Heute könnten bereits andere für den Schwulensender entscheiden. Aufgrund ausstehender Zahlungen droht der Satellitenbetreiber Astra offenbar damit, die Verbreitung des Sendesignals schon heute einzustellen und auch die Kabelnetzbetreiber hätten bereits Fristen für Zahlungen gesetzt, heißt es aus dem Umfeld des Senders in Berlin. Das würde eine geplante Sanierung für den Insolvenzverwalter nicht einfacher machen.
TIMM startete am 1. November 2008 als Free-TV-Sender und ist über digitales Kabel und digitalen Satelliten empfangbar.
